Teilentladungen sind kleine, lokale elektrische Entladungen innerhalb eines Isolationssystems, die noch nicht zum vollständigen Spannungsdurchschlag führen. Sie sind ein wichtiger Indikator für Schwachstellen in der Isolation – ihre frühe Erkennung verhindert teure Folgeschäden. In der modernen Trafoinstandhaltung gilt die Teilentladungsmessung deshalb als eine der aussagekräftigsten Methoden, um den Zustand des Isolationssystems über die Lebensdauer hinweg zuverlässig zu beurteilen. Teilentladungen sind oft die ersten Vorboten ernsthafter Isolationsprobleme – wer sie früh erkennt, kann teure Folgeschäden zuverlässig verhindern.
Wie entstehen Teilentladungen?
Teilentladungen entstehen an Stellen mit lokal überhöhter elektrischer Feldstärke – etwa in winzigen Lufteinschlüssen im Vergussharz, an scharfen Kanten oder bei Verunreinigungen im Isolationssystem. Sie laufen meist in Nanosekunden ab und sind im Betrieb weder sichtbar noch hörbar. Über die Zeit zersetzen Teilentladungen jedoch das Isolationsmaterial schrittweise. Unbehandelt führen sie früher oder später zu einem vollständigen Isolationsdurchbruch.
Wichtige Eigenschaften im Überblick
- Indikator für Schwachstellen im Isolationssystem
- Messung in Pikocoulomb (pC) als Maß für die Entladungsstärke
- Werkseitige Stückprüfung nach IEC 60270
- Online-Monitoring für strategisch wichtige Anlagen verfügbar
- Frühe Erkennung verhindert teure Folgeschäden
- Quantitative Bewertung des Isolationszustands ergänzt klassische Stehspannungsprüfungen
- Akustische und elektromagnetische Sensoren ergänzen die elektrische Messung
- Phasenaufgelöste Messung erlaubt Identifikation von Fehlertypen
Häufig gestellte Fragen
Wie werden Teilentladungen gemessen?
Bei der elektrischen Teilentladungsmessung wird das Hochfrequenzsignal jedes einzelnen Entladungspulses erfasst und als Ladung in Pikocoulomb angegeben. Moderne Verfahren nutzen zusätzlich akustische Sensoren, UHF-Antennen oder Faseroptik. Die Messung erfolgt im Werk als Stückprüfung oder vor Ort bei Inbetriebnahme und Wartung.
Welche Werte gelten als kritisch?
Bei neuen Hochspannungstransformatoren werden meist Werte unter 100 pC bei Bemessungsspannung gefordert. Werte über 500 pC weisen auf Schwachstellen hin und sollten genauer untersucht werden. Bei Gießharztransformatoren liegen die typischen Grenzwerte niedriger, da das Vergussmaterial besonders sensibel reagiert.
Warum ist die Teilentladungsmessung so aussagekräftig?
Im Gegensatz zu klassischen Hochspannungsprüfungen, die nur ein Ja/Nein-Urteil liefern, gibt die Teilentladungsmessung quantitative Hinweise auf den Zustand des Isolationssystems. Sie ist damit ein wichtiges Werkzeug für Qualitätssicherung und vorausschauende Wartung gleichermaßen.
Welche typischen Fehlertypen lassen sich anhand von Teilentladungen erkennen?
Über phasenaufgelöste Messverfahren lassen sich verschiedene Fehlerarten unterscheiden: Lufteinschlüsse im Isolierstoff, Oberflächenentladungen, Coronaentladungen an spitzen Elektroden oder Entladungen in Ölspalten. Diese Information ist entscheidend für gezielte Reparatur- und Wartungsmaßnahmen.
Welche Messsysteme sind in modernen Anlagen Standard?
Verbreitet sind elektrische Messungen nach IEC 60270, UHF-Sensoren für berührungslose Online-Überwachung sowie akustische Sensoren zur Lokalisierung. Mehrkanalige Systeme mit zeitgleicher Auswertung mehrerer Sensorarten erlauben eine sehr zuverlässige Bewertung des Isolationszustands.
Für Teilentladungsmessungen, Diagnose von Isolationsproblemen und vorbeugende Wartung Ihrer Trafoflotte stehen unsere Spezialisten zur Verfügung – nehmen Sie Kontakt mit uns auf.